24.06.2014: „Im „Finanzamt“ schlafen heute Gäste“
sz: Exkursion führt zu den geschichtsträchtigen Orten der einstigen Oberamtsstadt

14.04.2012: „Kameralamt“ erfüllt Kriterien für Wanderer
Donaubergland überreicht Urkunde des Deutschen Wanderverbands an das Hotel

21.09.2009: Leut´ im Städtle. Barbara und Horst Müller: Seit 1981 führt das Ehepaar das Hotel „Zum Kameralamt“
PrimA Spaichingen: Finanzamt wird Hotel. Horst und Barbara Müller haben 1976 das Kameralamt gekauft und zum Hotel umgebaut >> Einst war das Haus Finanzamt, danach Reichsarbeitsdienstlager..

21.09.2009: Der Gastgeber
Wer so alles in die Restaurants und das Hotel von Horst Müller gekommen ist >> Richard Nixon und Erich von Däniken bewirtet...

19.08.2008: Vorbild für Gastlichkeit und guten Service - Auszeichnung für das Hotel zum Kameralamt in Spaichingen.
Freiberg: Im Süden von Baden-Württemberg fühlen sich Besucher herzlich willkommen
Zu dieser Einschätzung kommt die Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung WIMAFO.

26.08.1999: Die Nazis missbrauchten das Anwesen
Spaichinger »Kameralamt« feiert 200. Geburtstag. Polizisten zogen schnell wieder aus.
Spaichingen (ange). Wo früher die Spaichinger Staatsdiener die eingetriebenen Steuern zählten, stehen heute Hotelbetten, ...
Zwei Kammerkonzerte bei Kerzenschein

24.08.1999: Chancen für Fremdenverkehr in Spaichingen
Horst Müller betreibt seit 1981 das ehemalige Finanzamt als das Hotel ,,Zum Kameralamt" und macht in Spaichingen Fremdenverkehr auf eigene Faust...

24.08.1999: Geburtstagsfeier wie einst im Barock
SPAICHINGEN (tu) - Musiker in Rokokogewändern, eine kleine Gesellschaft lauscht Klängen des Barocks: Vielleicht war es so, als 1799 das Landhaus
eingeweiht wurde, ...

21.09.l998: Die beliebtesten deutschen Hotels
Vor der eindrucksvollen Kulisse von über 250 geladenen Gästen wurden am 15. September im Rahmen einer Festveranstaltung anläßlich der Fachmesse
HOGATEC im Congress Center Düsseldorf »die beliebtesten deutschen Hotels 1998« ausgezeichnet. ...

15.09.1998: >>Kameralamt<< in Spaichingen drittbeliebtestes Hotel Deutschlands
Horst Müller wird´s freuen. Der Chef vom >>Kameralamt<< Spaichingen führt eines der beliebtestens Hotels Deutschlands. ...

22.02.1998: Wohlfühlen und Wiederkommen
Nach außen den Charme der Jahrhunderte wahrend, birgt das Hotel "Zum Kameralamt" in seinem Inneren...

6./7. Mai 1995: Das Kameralamt braucht keine Sternchen
Horst Müller besitzt eines der beliebtesten Hotels Deutschlands/Gäste stellten für Hotelführer Hitliste auf. ...

25.April 1995: Wettbewerb des Wohlbefindens
Prima Klima im Hotel Zum Kameralamt. Rund 46.000 Hotelgäste wählten ihr Lieblings-Hotel. ...

14./15.02.1981: Das „Kameralamt“ soll den Fremdenverkehr ankurbeln
Teufel sieht Chance: Trend geht zum Urlaub im eigenen Land. ...

13.02.1981: Haus erfüllt neuen Zweck
Hotel >>Kameralamt<< war früher Spinnerei und Finanzamt...



13.02.1981: Haus erfüllt neuen Zweck

Hotel >>Kameralamt<< war früher Spinnerei und Finanzamt

sr. Spaichingen Gestern abend fand die offizielle Eröffnung des Hotels garni >>Kameralamt>> in der Balgheimer Straße statt. In jahrelanger Eigenarbeit wurde es von seinem jetzigen Besitzer Horst Müller umgebaut. Neun Zimmer, davon sechs Doppelzimmer, alle Räume mit Dusche und Toilette, warten nun auf Gäste. Eine recht bewegte Geschichte hat das alte Gebäude, in dem l768 von Bankier Hans Thurneisen aus Basel eine Florettseidenspinnerei eingerichtet wurde, die bis zu 400 Arbeitskräfte (darunter einige Heimarbeiter) beschäftigte. Wie aus der OH- Chronik hervorgeht, wurden hier im Jahr rund 100 Zentner Florettgarn vesponnen. Doch schon 1812 machte die Firma bankrott, das Oberamt verlor 60 000 Gulden. In den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Haus vom staatlichen Liegenschaftsamt gekauft und darin das königlich württembergische Kameralamt (Finanzamt) eingerichtet. 1937, nachdem das Amt aufgehoben und nach Tuttlingen verlegt worden war, wurde dort ein Arbeitsdienstlager für Mädchen eingerichtet. Dieses blieb bis. zum Kriegsende bestehen. In den Nachkriegsjahren diente das >>Kameralamt<< nach entsprechendem Umbau zu Wohnzwecken; unter anderem befanden sich dort. Dienstwohnungen für Polizisten.

Vor fünf Jahren erwarb Horst Müller das Haus vom Staatlichen Liegenschaftsamt Rottweil. Beim Umbau stieß er auf einen alten Grundstein, dessen Aufschrift noch deutlich lesbar die Zahl 1799 aufweist. Wurde in jenem Jahr auf alten Grundmauern ein neues Gebäude errichtet? Horst Müller will sich demnächst intensiver um die Geschichte des Hauses kümmern, denn es soll noch eine andere Chronik existieren, die möglicherweise weiteren Aufschluß über die Geschichte dieses Hauses gibt.

Heuberg-Zeitung, 13.02.1981

14./15.02. 1981: Das >>Kameralamt<< soll den Fremdenverkehr ankurbeln

Teufel sieht Chance: Trend geht zum Urlaub im eigenen Land.

sr. SPAICHINGEN. Den Fremdenverkehr anzukurbeln und langsam aufzubauen, das ist das Ziel Horst Müllers, das er mit dem neueröffneten Hotel garni zum >>Kameralamt<< erreichen will. So schnell geht das jedoch nicht: Müller rechnet mit einer Aufbauzeit von einem runden Jahrzehnt und hofft, daß auch die anderen Institutionen, die für den Fremdenverkehr notwendig oder nützlich sind, mitwachsen werden. Müller hofft, daß er die Marktlücke, die in Spaichingen insbesondere seit der Schließung des Hotels >>Osswald<< bestehe, ausnützen kann und sieht im Fremdenverkehr einen zusätzlichen Industriezweig für Spaichingen.

Sechs heimelig eingerichtete Doppelzimmer stehen den Gästen schon zur Verfügung, drei weitere befinden sich noch im Umbau. Das früher als Hausmeisterwohnung dienende Haus hinter dem >>Kameralamt<<, stellt Müller auch weiterhin dem Schachclub für seine Übungsabende zur Verfügung. Nach und nach soll es jedoch zusammen mit dem Hotel ein abgeschlossenes Ferienzentrum bilden, in welchem sich der Gast auch an verregneten Sommertagen nicht langweilen muß, weil Bibliothek, Spielzimmer, Fernsehraum und Hausbar zur Verfügung stehen.

Auch Bürgermeister Teufel sah im >>Kameralamt<<, das nun seinen alten Namen zurückerhielt, eine Bereicherung für das Beherbergungsgewerbe in Spaichingen und begrüßt den unternehmerischen Mut und die Risikobereitschaft Müllers. In den letzten Jahren sei vermutlich ein Trend zum Urlaub im eigenen Land deutlich geworden, er hoffe, daß dieser Trend dem Spaichinger Fremdenverkehr und dem >>Kameralamt<< zugute komme. Beim Umbau sei es gelungen eine freundliche heimelige Atmosphäre zu schaffen, in der Gäste sich gewiß wohlfühlen.

Die Gemeinderäte und anderen geladenen Gäste bewunderten beim Rundgang die teils originellen Einfälle Müllers, der bei diesem Unternehmen, wie er sich ausdrückte, Architekt, Bauherr und Bauleiter in einer Person gewesen war und zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen das meiste selbst gemacht hat. Durch den zuvor genossenen Sekt ging es bei der Besichtigung recht lustig zu und nachdem der Gemeinderat sich ausführlichst mit den Vor- und Nachteilen französischer Betten befaßt hatte, wurde es wieder ernster und besinnlich. Pater Alfons segnete das Haus, in der Hoffnung, daß jeder der hier weilt, glücklicher und reicher wieder weggehe. Seine Worte über das Gebot der Gastfreundschaft und sein Gebet wurden von den Anwesenden mit großem Ernst aufgenommen. Stimmung gab es dann beim kalten Bufett - und das noch ziemlich lange.

Heuberg-Zeitung 14./15.02.1981

25.April 1995: Wettbewerb des Wohlbefindens

Prima Klima im Hotel Zum Kameralamt. Rund 46.000 Hotelgäste wählten ihr Lieblings-Hotel

Filderstadt. Das Hotel Zum Kameralamt in Spaichingen gehört zu den 250 beliebtesten Hotels in ganz Deutschland. Das Haus belegte den 55. Platz in der Gesamtrangliste und den 12. Platz in Baden-Württemberg sowie den 19. Platz in der Kategorie bis 50 Betten. So lautet das Ergebnis der bereits zum 2.Mal durchgeführten Gästebefragung des Mitsubishi-Hotelführers, welche auch 1994 wieder unter dem Motto Gäste wählen die beliebtesten Hotels Deutschlands stand. Die Gäste müssen sich im Hotel Zum Kameralamt recht wohl gefühlt haben, den sie vergaben dem Haus die Note Sehr gut. Rund 46.000 Reisende

- insbesondere Geschäftsleute mit durchschnittlich 23,3 Übernachtungen pro Jahr - hatten sich von März bis Dezember 1994 an der Wahl ihres Lieblingshotels beteiligt und auf diese Art ihren Dank für überdurchschnittliche Leistungen und außergewöhnlichen Service ausgesprochen. Rund 900 Hotels wurden genannt - 250 Häusern gelang der Sprung in die Ranglisten. Die regionale Verteilung der Hotels auf die einzelnen Bundesländer zeigt einen klaren Vorsprung der klassischen Urlaubsgebiete Baden Württemberg und Bayern. Ebenfalls deutlich vorn in der Sympathie ihrer Gäste liegen die mittelständischen Hotels.

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Filderstadt, den 25.April 1995

6./7. Mai 1995: Das Kameralamt braucht keine Sternchen

Horst Müller besitzt eines der beliebtesten Hotels Deutschlands/Gäste stellten für Hotelführer Hitliste auf.

Spachingen (gek). In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Hotels, weit über 10 000 sind es allemal. Und eines der bei den Gästen beliebtesten steht in Spaichingen: die Hotel- und Kur-Pension »Zum Kameralamt«. Das hat der Besitzer Horst Müller nun schwarz auf weiß.

Denn sein Hotel wurde bei einem Wettbewerb des Mitsubishi-Hotelführers mit der Note »Sehr gut« bedacht. Das Motto der Aktion hieß »Gäste wählen die beliebtesten Hotels Deutschlands«. Das Kameralamt belegte in der bundesweiten Rangliste den 55. Platz sowie für Baden-Württemberg den zwölften Rang. Obendrein schaffte es in der Kategorie bis 50 Betten noch den 19. Platz. »Wahnsinnig« gefreut habe er sich über diese Auszeichnung, meint Horst Müller, der das Kameralamt zusammen mit seiner Frau Barbara seit 1981 »unter seinen Fittichen« hat. Es ist die erste Auszeichnung, die das Hotel garni bekam.

Horst Müller ist besonders glücklich darüber, daß seine Gäste dafür sorgten, daß das Kameralamt so weit oben in der Hitliste der Lieblings-Hotels landete. Denn. üblicherweise tourt ja eine Fachjury durch die Gegend, um Preise und Sternchen nach sehr subjektiven Kriterien zu beurteilen. Das ist bei dieser Umfrage eben ganz anders. Aber noch ein anderer Punkt läßt Müllers Brust noch ein bißchen mehr vor Stolz anschwellen. Weit und breit in der Region ist sein 15-Betten-Haus das einzige Hotel, das diese Auszeichnung erfuhr.

Müller führt seinen Erfolg insbesondere auch auf den persönlichen Kontakt von Hotelbesitzer zu seinen Gästen zurück, Sternchen und Kochmützen sind offenbar in der Hitparade der Hotelgäste weniger gefragt als das Sich-Wohl-fühlen, das Umsorgtwerden. Diese Gefühle lassen immer mehr Feriengäste aufkommen, einige hundert Feriengäste zählt das Kameralamt Jahr für Jahr, darunter viele, die mehrwöchingen Urlaub in Spaichingen verbringen. Für Horst Müller ist das ein zusätzlicher Beweis, daß Spaichingen sehr touristisch interessant sein kann.

Er verweist dabei nicht nur auf das Klima, sondern auch auf die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten in der Region zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb. Diese Vorzüge genießen besonders viele Menschen aus den neuen Bundesländern, ihre Wagen sieht man in den nächsten Wochen wieder verstärkt vor dem Gebäude in der Balgheimer Straße stehen. So Ist das Kameralamt zwischen Mitte Juni und Mitte August schon fast ausgebucht

Zu diesen Leuten, die den Reiz der Landschaft in und um Spaichingen genießen, gesellen sich als zweite große Gruppe die Geschäftsreisenden. Durch intensive Werbung im ganzen Bundesgebiet hat Horst Müller dafür gesorgt, daß Spaichingen hotelmäßig nicht im Niemandsland liegt. Zwei Zahlen verdeutlichen die Beliebtheit der Müllerschen Herberge bei den Feriengästen. Im vergangenen Jahr zählte Horst Müller 1455 Übernachtungen von 144 Personen - wohlgemerkt allein bei den >>Privatiers<<.

Wenn alle an einem Strang ziehen würden in Sachen Werbung (Stadtmarketing), meint Müller, also Stadt Spaichingen und Hoteliers der Umgebung, könnte die Primstadt noch weitaus zufriedener dastehen. Ein offensiveres Denken in Bezug auf eine Stadtwerbung wünscht sich Horst Müller, der jährlich rund 400 Prospekte verschickt. Zum Vergleich: die Stadt mal gerade 50.

Schwarzwälder Bote 6./7. Mai 1995

22.02.1998: Wohlfühlen und Wiederkommen

Nach außen den Charme der Jahrhunderte wahrend, birgt das Hotel "Zum Kameralamt" in seinem Inneren einen modernen Rahmen, in dem der Gast den Alltag vergessen, ausspannen und regenerieren kann. Man kommt als Gast und geht als Freund: Dafür sorgen seit nunmehr 17 Jahren Horst Müller und Ehefrau Barbara. Hier, im ausstrahlungsstarken Ambiente des ehemaligen Schlosses, umgeben von einer herrlichen Landschaftskulisse und zahlreichen touristischen Attraktionen, finden Feriengäste, Kurzurlauber aber auch Geschäftsreisende und neuerdings auch Seminargruppen (bis 15 Personen) keine anonyme Gastronomie von der Stange. Geboten wird in neun ebenso gemütlichen wie komfortabel ausgestatteten Zimmern (15 Betten) vielmehr eine echte Heimat auf Zeit, die gastfreundliche Atmosphäre eines familiengeführten Hauses.

Hotel-Pension "Zum Kameralamt", Balgheimer Straße 1, 78549 Spaichingen Tel.: 07424 - 94070, Fax: 9407203.

Bild am Sonntag 22.02.1998

15.09.1998: >>Kameralamt<< in Spaichingen drittbeliebtestes Hotel Deutschlands

Horst Müller wird´s freuen. Der Chef vom >>Kameralamt<< Spaichingen führt eines der beliebtestens Hotels Deutschlands. Das sagen der Elektronische Mitsubishi Hotelführer und die Fachzeitschrift >>Top Hotels<<. Sie haben eine Abstimmung unter über 100 000 Hotelgästen vorgenommen. Und siehe da: Das >>Kameralamt<< landete im 2-Sterne-Bereich auf dem dritten Platz. Sieger wurde das Hotel Monaco in München. Auch in einer touristischen >>Diaspora<< kann man also Gäste zufriedenstellen.

15.09.1998 Schwarzwälder Bote

21.09.l998: Die beliebtesten deutschen Hotels

Vor der eindrucksvollen Kulisse von über 250 geladenen Gästen wurden am 15. September im Rahmen einer Festveranstaltung anläßlich der Fachmesse HOGATEC im Congress Center Düsseldorf »die beliebtesten deutschen Hotels 1998« ausgezeichnet.

Ohne die Seriosität anderer Branchen-»Hitlisten« in Zweifel ziehen zu wollen, kann der 1993 vom Elektronischen Mitsubishi Hotelführer und der Fachzeitschrift TOP HOTEL initiierte Wettbewerb für sich in Anspruch nehmen, daß seine Rangliste aus dem vergleichsweise größten Meinungspotential resultiert. Hier entscheidet nämlich keine kleine, selbsternannte Jury über die Plazierung der einzelnen Häuser, sondern Zehntausende von vielreisenden Hotelgästen vergeben Noten für die Unterbringung, den Service und die gastronomischen Leistungen, die dann in ihrer Summe — geteilt durch die Anzahl der Nennungen —ausschlaggebend sind für die Rangfolge.

Rund 16000 Stimmkarten wurden beim ersten Wettbewerb 1993 gezählt. Ein Jahr später waren es bereits mehr als 45000 Zuschriften. 1996 gaben über 91 000 Gäste ihr persönliches Urteil ab. 1997 wurde erstmals die 100000erMarke überschritten und in diesem Jahr (vom 1. Januar bis 30. Juni) gelangten exakt 108 524 abgegebene Stimmen in die Auswertung, davon 98754 gültige, denn sowohl die Wahlkarten als auch das Votum via Internet mußten mit der vollständigen Adresse des Hotels und des Gastes versehen sein.

Insgesamt wurden heuer 1217 deutsche Hotels genannt (Vorjahr 1324). Um in die Rangliste aufgenommen zu werden, mußten auf das jeweilige Hotel mindestens so viele Stimm(kart)en entfallen wie es Zimmer hat. Diese Voraussetzung erfüllten 406 Häuser. Und zwar 54 Fünf-Sterne-, 134 Vier-Sterne-, 208 Drei-Sterne- und zehn Zwei-Sterne-Hotels.

Die Aufteilung nach Sterne-Kategorien (entsprechend der Deutschen Hotel-klassifizierung des DEHOGA) ist ein Novum bei diesem Wettbewerb. »Wir wollen damit noch mehr Markttransparenz erzielen und die gesamte deutsche Beherbergungsbranche repräsentieren«, begründete TOP HOTEL-Chefredakteur Wolfgang Schmitz den neuen Auswertungsmodus.

Entsprechend groß war die Spannung, als am 15. September beim Festabend im Congress Center Düsseldorf das Geheimnis gelüftet wurde, wem die 98er Lorbeerkränze der beliebtesten deutschen Hotels gebühren. Nach einem Grußwort von Hogatec-Chef Manuel Mataré und einer Präsentation des Klassifizierungsmodells durch Klaus Hübenthal, Hauptgeschäftsführer des Hoga-Landesverbandes NRW, hielten Frank Homberg (Brückenforum Essen) und Dr. Michael Heiks (Media Consulting Euro RSCG Düsseldorf) die mit viel Beifall bedachte, launige Wechseldialog-Laudatio im Stil der beiden »ZDF-Frontal«Moderatoren Hauser & Kienzle. Die zwölf Siegerhotels des Wettbewerbs (je drei pro Kategorie) wurden dabei auf Großbildleinwand vorgestellt und die jeweiligen Repräsentanten der gekürten Häuser unter den Klängen der Siegesfanfare ausgezeichnet.

21.September l998: Freizeit-Verlag Landsberg GmbH, Postfach 1255, D-86882 Landsberg, Tel. 08191-3049, Fax 47685

24.08.1999: Geburtstagsfeier wie einst im Barock

SPAICHINGEN (tu) - Musiker in Rokokogewändern, eine kleine Gesellschaft lauscht Klängen des Barocks: Vielleicht war es so, als 1799 das Landhaus eingeweiht wurde, in dem später das Kameralamt residierte. Heute ist es ein Hotel. Mit einem ,,Festlichen Konzert" wird der 200. Geburtstag gefeiert.

Am Samstag, 4. September, lädt Horst Müller ins Foyer des Hotels ,,Zum Kameralamt" um 16.30 und um 19.30 Uhr zu diesem Konzert mit dem ,,Ensemble für alte Musik" aus Esslingen ein. Gespielt werden Werke aus der Zeit, als dieser heute unter Denkmalschutz stehende Prachtbau an Balgheimer Straße eingeweiht wurde. Und die Musiker d1eses Kammerkonzerts bei Kerzenschein werden dem Anlass gemäß in Rokokogewändern auftreten

Immer noch im Dunkeln der Geschichte ist der Bauherr des Hauses, vermutet wird in ihm eine hochgestellte Persönlichkeit Österreichs Denn 1806 fiel das Haus an Württemberg, hatte also vorher dem österreichischen Staat gehört. 1843 verkaufte ein Kaufmann Kohler die Villa an das Königreich, ob er sie vorher übernommen hatte oder gar der Erbauer war, ist unbekannt, an den Staat. Und das bisher noch in Rottweil residierende königlich-württembergische "Cameralamt" (Finanzamt) wurde für das Oberamt Spaichingen eingerichtet. Da blieb es bis 1938, bis zum Ende des Kreises Spaichingen.

Innen wurde umgebaut, Arbeitsdienst-Maiden zogen ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Dienstwohnungen der Polizei eingerichtet. Horst Müller kaufte 1976 die inzwischen in einem verwahrlosten Zustand befindliche alte Villa, restaurierte sie so, dass er vom Regierungspräsidium eine Urkunde dafür bekam, und eröffnet 1981 das Hotel.

Für Spaichingen ist ein Haus aus der Zeit des 18. Jahrhunderts und in diesem Stil einmalig. Das Landesdenkmalamt hat es wegen der vielfältigen Architektur als Kulturdenkmal eingestuft. Für Horst Müller auf jeden Fall ein Grund, die 200-jährige Geschichte mit einem Konzert zu würdigen. Gespielt werden Stücke von Carl Stamitz, Josef Hector Fiocco, Johann-Joachim Quantz, Jacob van Eyck, Josef Haydn, Antonio Vivaldi und Wolfgang Amadeus Mozart

Für beide Veranstaltungen gibt es nur jeweils 30 Platze. Ein paar sind noch frei. Karten: 07424/94070.

Heuberger Bote, 24.08.1999

24.08.1999: Chancen für Fremdenverkehr in Spaichingen

Horst Müller betreibt seit 1981 das ehemalige Finanzamt als das Hotel ,,Zum Kameralamt" und macht in Spaichingen Fremdenverkehr auf eigene Faust..

Von Jochen Kastilan

Früher kam Geld ins Haus, ins ehemalige Kameralamt (Finanzamt). Kann man in Spaichingen auch mit einem Hotel Geld verdienen?

Das kann man schon. Ich würde das auch jederzeit wieder machen. Ich werde im Haus auch nicht ständig an seine frühere Bedeutung als Finanzamt erinnert, außer man wird von Gästen gefragt, was Kameralamt heißt. Das ist ein willkommener Anlass, mit Gästen ins Gespräch zu kommen.

Muss sich ein Hotelier in Spaichingen sehr bemühen, um Gäste zu bekommen?

Ja. Die laufen einem nicht alleine zu, zumal wir abseits der Hauptstraße liegen. Seit dort aber Beschilderung auf die Hotels hinweist, ist es besser geworden. Spaichingen ist nun ja kein üblicher Fremdenverkehrsort. Man muss schon sehr viel Mühe aufwenden, damit Gäste hierher kommen. Das mache ich auch. Ich versende jährlich einige hundert Prospekte, um Feriengäste herzuholen. Die Tagesgäste laufen eher die Hotels an, die an der Straße liegen.

Dominieren bei Ihnen die Feriengäste?

Im Sommer, zwischen Mai und Ende September, sind es in der Hauptsache Feriengäste durch die Werbung für Spaichingen, die ich selbst mache. Dann kommen viele Geschäftsreisende, die einmal da waren und gerne auch wiederkommen. Darum muss man sich bemühen, indem man die Leute sehr zufriedenstellt.

Sie gelten als ein Befürworter von Fremdenverkehr in Spaichingen. Was die Stadt betrifft, war das bisher ja nicht mit Erfolg gekrönt.

Das ist richtig. Ich stehe mehr oder weniger auf eigenen Füßen. lrgendwelche Unterstützung von irgendwoher kriege ich nicht.

Schaut man in die Vergangenheit, so gab es durchaus Bemühungen, Fremdenverkehr in Spaichingen anzukurbeln. Warum tut sich da heute nichts, die Lage ist doch ideal?

Sicher, das sieht man auch daran, dass wir Feriengäste haben, die zum Teil schon vier, fünf Mal hier waren. Dass sich in diesem Wirtschaftszweig kaum etwas tut, liegt einfach daran, dass es einiger Anstrengungen finanzieller Art bedarf, wie Werbung usw., um einen Ort zu verkaufen. Dann, glaube ich, hätte man Erfolg. Man muss Zielgruppen ansprechen, das ist eigentlich meine Werbung. Damit eine Gemeinde Fremdenverkehrsgemeinde wird, dazu ist die Hotelerie alleine nicht in der Lage.

Sehen Sie eine Chance für Spaichingen als Fremdenverkehrsort?

Wenn es richtig angepackt wird: ja. Man darf aber das Pferd nicht am Schwanz aufzäumen. Man darf nicht erst Kapazitäten schaffen, wie es vor Jahren schon geschehen ist, wenn keine Gäste dafür da sind. Erst muss die Nachfrage da sein. Ist sie größer als das Angebot, wird das Angebot automatisch größer.

Woher kommen Ihre Gäste und was schätzen die hier?

Sie kommen aus Norddeutschland, aus dem Ruhrgebiet, aus Brandenburg, Berlin, Sachsen, viele aus den neuen Bundesländern. Es sind in der Hauptsache ältere Leute, Familien so ab 35 Jahren mit Kindern, die wichtigste Gruppe liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Was die Gäste hier schätzen sind zwei Dinge: In Spaichingen werden gerne Wanderungen gemacht, zu Fuß in der Umgebung. Sonntags wird gerne das Museum besucht. Das Zweite, was reizt, sind die unglaublich vielen Ausflugsmöglichkeiten durch Kurzfahrten mit dem Auto oder an Wochenenden mit der Bahn.

Heuberger Bote, 24.08.1999

26.08.1999: Die Nazis missbrauchten das Anwesen

Spaichinger »Kameralamt« feiert 200. Geburtstag / Polizisten zogen schnell wieder aus

Spaichingen (ange). Wo früher die Spaichinger Staatsdiener die eingetriebenen Steuern zählten, stehen heute Hotelbetten, die vor allem von Touristen gerne genutzt werden. Die Rede ist vom »Kameralamt« das geschichtsträchtige Gebäude wird jetzt 200 Jahre alt.

»Eigentlich Ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass wir das Alter des Hauses herausgefunden haben. Als wir die ehemalige Villa renoviert haben und das Hotel einrichteten, haben wir bei den Arbeiten einen alten Stein entdeckt, auf dem die Zahl 1799 stand«, so Horst Müller, der zusammen mit seiner Frau Barbara das Hotel seit dem Jahr 1981 leitet. Die beiden haben es zu einem mittlerweile auch mehrfach ausgezeichneten Hotel gemacht. Unter anderem trägt es 3 Sterne (nach der deutschen Hotelklassifizierung) , und es erhielt vom Hotel- und Gaststättenverband eine Auszeichnung umweltorientierter Betrieb«.

Könnte das Haus reden, würde es dem historisch Interessierten sicher einiges zu erzählen haben, denn das Gebäude hat zweifellos eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Name jenes Bauherrn, der die Villa 1799 errichten ließ, ist bis heute zwar nicht bekannt, aber 1843 verkaufte ein Kaufmann namens Kohler das Haus an das damalige Königreich Württemberg. Noch im gleichen Jahr wurde daraus das »Finanzamt« der Oberamtei Spaichingen - das »Königlich-Württembergische >>Cameralamt<<.

Bis 1938 wurden dort die Steuern verwaltet, danach mißbrauchte das Naziregime das Haus für seine Zwecke und benutzte das Gebäude für den »Reichsarbeitsdienst der Maiden«. »Soviel ich weiß, waren damals rund 50 junge Mädchen in dem Haus, um ihren Arbeitsdienst abzuleisten. Manche kommen heute noch ab und zu vorbei, um sich an ihre Zeit hier zu erinnern«, erzählt Horst Müller.

Nach dem Krieg wird das Haus renoviert, und es entstehen Dienstwohnungen für die Spaichinger Polizisten.

Im Laufe der Nachkriegsjahre zogen die Polizeibeamten aus den komfortlosen, einfachen Wohnungen wieder aus. 1976 kaufte Horst Müller das äußerlich total desolate Anwesen und machte daraus das Hotel »Zum Kameralamt«. Der gelernte Koch hatte zuvor den Spaichinger »Schlüssel« gepachtet. Zusammen mit seiner Frau und seinen drei Söhnen hat er in fünf Jahren das Haus renoviert und mit Hilfe des Denkmalamts in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.

Wer sich für die Geschichte des Kameralamts näher interessiert, sollte den Tag der offenen Tür nutzen, der am 12. September stattfindet.

Zwei Kammerkonzerte bei Kerzenschein

Spaichingen (Sb). 200 Jahre wird das unter Denkmalschutz stehende Haus, das heute das Hotel »Zum Kameralamt« beherbergt. Anlaß genug für Horst Müller, den Besitzer, zu einem besonderen Kammerkonzert bei Kerzenschein. Gleich zweimal tritt das »Ensemble für alte Musik« (Esslingen a.N.) am Samstag, 4. September, im Foyer des Hauses auf. Ein Konzert beginnt um 16.30 Uhr, das andere um 19.30 Uhr. Christiane Güller (Violine), Gottfried Urban (Flöte) und Andreas Baumann (Cembalo) - allesamt werden sie am Samstag in Festgewändern des Rokoko gekleidet sein - spielen Werke von Vivaldi, Haydn und Mozart. Das Abend-konzert ist bereits restlos ausverkauft, für das Nachmittagskonzert gibt es noch wenige Karten (Telefon 9 40 70).

Schwarzwälder Bote, 26.08.1999

19.08.2008: Vorbild für Gastlichkeit und guten Service - Auszeichnung für das Hotel Zum Kameralamt in Spaichingen

Im Süden von Baden-Württemberg fühlen sich Besucher herzlich willkommen. Zu dieser Einschätzung kommt die Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung WIMAFO. Hotels und Gastronomiebetriebe überzeugen zunehmend mit Service und Gastfreundlichkeit. Eine besondere Auszeichnung erhält das Hotel „Zum Kameralamt“ in Spaichingen. Servicewüste Deutschland? – Das war gestern! Zu dieser Einschätzung kommt die Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung WIMAFO. Grundlage ist die Auswertung mehrerer tausend Bewertungen, die Gäste lokaler Hotel- und Gastronomiebetriebe in den letzten Monaten abgegeben haben. Zwar gäbe es immer noch einige „schwarze Schafe“, die Mehrheit der Betriebe kümmere sich jedoch vorbildlich um ihre Gäste. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Hotel Zum Kameralamt in Spaichingen verliehen. In den letzten 12 Monaten erhielt das Hotel von seinen Gästen ausnahmslos positive Bewertungen. Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung verlieh hierfür vor wenigen Tagen den WIMAFO-Stern in Bronze. Das Haus habe sich nunmehr über ein Jahr in besonderem Maße für das Wohlgefühl seiner Gäste eingesetzt, so die Begründung der WIMAFO. Für die Region sind Häuser wie das Hotel Zum Kameralamt wichtige Stützpfeiler. Durch den guten Service und das herausragende Angebot wird der Standort Deutschland als Reiseziel immer beliebter. Im ersten Halbjahr 2008 konnte die Zahl der Gästeübernachtungen gegenüber dem Vorjahr um gut drei Prozent zulegen. Wie das Statistische Bundesamt jüngst in Wiesbaden mitteilte, hat vor allem die Zahl ausländischer Besucher zugenommen. Hier wurde ein Anstieg um 5% registriert. Diese Entwicklung deckt sich mit Beobachtungen der WIMAFO. Die gemessene Zufriedenheit der Gäste in Deutschland hat gegenüber 2007 deutlich zugenommen. Vor allem in den letzten drei Monaten April bis Juli. Bleibt zu hoffen, dass dieser Trend noch lange anhält.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: Top500@wimafo.de
Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Marktforschung GbR hat ihren Sitz in Freiberg. Seine Aufgabe sieht das Unternehmen in der Wirtschafts- und Marktforschung sowie in der Beratung mittelständiger Unternehmen. Mit dem Projekt „Deutschlands Top 500“ unterstützt die WIMAFO Unternehmen, die sich um das Wohl ihrer Kunden in besonderem Maße verdient gemacht haben. Die Auszeichnungen „WIMAFO-Stern“ in Bronze, Silber und Gold werden an jene Unternehmen verliehen, die sich über einen längeren Zeitraum durch herausragende Qualität und Service im Sinne ihrer Kunden verdient gemacht haben.

21.09.2009: Finanzamt wird Hotel. Horst und Barbara Müller haben 1976 das Kameralamt gekauft und zum Hotel umgebaut >> Einst war das Haus Finanzamt, danach Reichsarbeitsdienstlager (von Frank Czilwa)

„Wir sind einmalig“, ist Horst Müller überzeugt. Denn ein Hotel „Zum Kameralamt“ dürfte es nur einmal auf der Welt geben, nämlich in Spaichingen. Wie es zu diesem Namen kam, was dahinter steckt und welche Gäste er und seine Frau Barabara bereits bewirtet haben, erzählt Horst Müller im PrimA.

Horst Müller heißt die Gäste in der großen Eingangshalle des Hotels in der Balgheimer Straße willkommen, die ahnen lässt, dass dieses Haus Ende des 18. Jahrhunderts als kleines „Stadtschlösschen“ erbaut wurde. Er hat sich schon überlegt, in diesem Jahr sein Haus beim „Tag des offenen Denkmals“ zu präsentieren: „Dadurch, dass wir kein Restaurant haben, trauen sich die Leute nicht hier rein. Und das wäre eine gute Gelegenheit.“ Denn das historische Gebäude hat eine ganz eigene Atmosphäre.
Horst und Barbara Müller sind im Erzgebirge aufgewachsen. Die geschnitzten Holzfiguren, die auf dem Bord über einem Türrahmen stehen, erinnern sie an ihre alte Heimat. Horst Müller war 1950 für eine Koch-Ausbildung legal nach Westen, nach Bad Nenndorf, gekommen. Mit sechzehneinhalb Jahren war er der jüngste ausgelernte Koch in Niedersachsen.

Weil er aber noch nicht volljährig war, schickten ihn die Behörden wieder zurück zu seinen Eltern in die DDR. Von dort ist er aber 1957 „als Republikflüchtling desertiert“. Ein Jahr später kam seine Freundin Barbara nach, die er 1959 in Köln heiratete. Nach mehreren Stationen als Koch – unter anderem als Chefkoch im Schlossgarten-Hotel am Bodensee – pachtete er 1964 vom Fürsten zu Fürstenberg sein erstes eigenes Restaurant auf dem ehemaligen Jagdschlösschen Wartenberg, das rasch für seine Wildspezialitäten bekannt wurde.
1970 kamen die Müllers nach Spaichingen und pachteten hier zunächst die Brauerei-Gaststätte „Zum Schlüssel“. 1976 wurden sie auf ein großes altes Gebäude in der Balgheimer Straße aufmerksam, das zum Verkauf stand und in dem zuletzt Miets- und Polizisten-Wohnungen untergebracht waren.

Die jüngeren Spaichinger nannten das Gebäude damals zumeist „RAD-Haus“, war doch hier während des Dritten Reiches ein Reichsarbeitsdienst (RAD) Lager für „Maiden“ (junge Frauen) untergebracht. (Nicht der „Bund Deutscher Mädel“, BDM, wie es an der Tafel fälschlich heißt.) Der Reichsarbeitsdienst war eine Organisation des nationalsozialistischen Machtapparates. Ab 1935 musste dort jeder junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auch auf die weibliche Jugend ausgedehnt.
Ältere dagegen kannten das Haus noch als „Kameralamt“, als württembergisches Finanzamt, das es von 1843 bis 1938 war. „Mein Verpächter, der Besitzer der „Schlüssel“-Brauerei, Emil Schmid, erinnerte sich noch, wie er als Bub hier rauf gekommen ist, um die Biersteuer für seinen Vater zu bezahlen.

Horst Müller erkannte, dass sich der Zuschnitt der Räume ideal für seine Hotel-Pläne eignete. Obwohl das Gebäude arg „vergammelt“ und heruntergekommen war, war die Substanz doch noch gut. Und so begann nun bis 1981 eine fünfjährige Zeit des Renovierens und Restaurierens, die Horst Müller gemeinsam mit seinen beiden Söhnen größtenteils in Eigenarbeit leistete.
Wie sollte das neue Hotel nun aber heißen? Vielleicht nach der großen Esche im Hof? „Aber Hotels ´Zum grünen Baum´ oder so ähnlich gibt es in Deutschland zu Tausenden“, so Müller. Auch der Name „Bergblick“ war in Spaichingen bereits vergeben. Und so besann sich Horst Müller auf die ehemalige Funktion des Gebäudes und nannte sein Hotel „Zum Kameralamt“. Nach der Renovierung wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und ist heute ein Drei-Sterne-Hotel.

Als der alte Putz während der Renovierungsarbeiten runter kam, wurde unter diesem auf einem Eckstein die mit großen Lettern geschriebene Jahreszahl „1799“ entdeckt. „Ob das nun das Jahr der Grundsteinlegung war, des Richtfestes oder der Fertigstellung, wissen wir nicht“, so Horst Müller. „Auch wer das kleine „Stadtschlösschen“ damals erbauen ließ, hat sich im Dunkeln der Geschichte verloren, da die entsprechenden Akten wohl verschwunden sind, als Spaichingen Anno 1806 von Vorderösterreich an Württemberg kam. Bei der Renovierung wurde die alte Inschrift sorgfältig wieder unter dem neuen Putz verborgen, um weiter so frisch zu bleiben wie sie 200 Jahre lang geblieben ist.

21.09.2009: Der Gastgeber (von Frank Czilwa)

Wer so alles in die Restaurants und das Hotel von Horst Müller gekommen ist >> Richard Nixon und Erich von Däniken bewirtet



Am vergangenen Wochenende des 18. und 19. September war das "Kameralamt" mal wieder restlos ausgebucht. Mitglieder des Forums Funktionsdienst, eines medizinischen Symposiums, das nun zum 11. Mal in Spaichingen stattfindet, hatten zum Teil schon Monate im Voraus gebucht. Aber auch sonst ist in dem Hotel eine bunte Besucherschar von Schriftstellern bis Wanderern zu Gast.



Als die Müllers in den 60er Jahren das Restaurant auf dem Jagdschloss Wartenberg gepachtet hatten, da brachte der Verpächter, der Fürst zu Fürstenberg, häufig illustre Gäste mit. So bewirtete Horst Müller dort schon einmal den Staatspräsidenten von Madagascar oder im Sommer 1968 den nachmaligen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon.

Auch im „Kameralamt“ in Spaichingen waren neben den Donkosaken oder der Jugendmannschaft des VfB Stuttgart gelegentlich Prominente zu Gast. Häufig Schriftsteller, die von der Buchhandlung Hettinga zu einer Lesung nach Spaichingen eingeladen worden waren. So zum Beispiel Christine Brückner („Jauche und Levkojen“, Nirgendwo ist Poenichen“) oder der schweizerische Erfolgsschriftsteller Erich von Däniken, der sich nicht nur in seinen Büchern, sondern auch am Frühstückstisch des Hotels „Kameralamt“ als faszinierender Erzähler erwies.
Die häufigsten Gäste sind allerdings Monteure, Vertreter oder Ingenieure, die in Spaichinger Firmen zu Gast sind. Übers Wochenende sind auch häufig Besucher hier, die in Spaichingen Feiern, Geburtstage, Jahrgangsfeste feiern.

„Seit im Herbst des vorigen Jahres der Donaubergland-Wanderweg zertifiziert worden ist, haben wir viele Wanderer zu Gast. Im Moment haben wir fast eine Saison mit Wanderern und Radfahrern“, erzählt Horst Müller. Ist Spaichingen doch die erste Station auf dem Wanderweg nach dem Start am Lemberg. Die Wanderer, die im „Kameralamt“ übernachten, kommen dabei aus ganz Deutschland von Saarbrücken bis Berlin. Horst Müller ist einer der Initiatoren und Mitbegründer der jetzigen Donaubergland GmbH.

PrimA Spaichingen 21.09.2009

14.04.2012: Kameralamt erfüllt Kriterien für Wanderer

Donaubergland überreicht Urkunde des Deutschen Wanderverbands an das Hotel

Spaichingen (joda) – Das Hotel „Zum Kameralamt“ hat am Donnerstagnachmittag die Plakette „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ überreicht bekommen. Der Deutsche Wanderverband zertifiziert damit Unterkünfte, die den Bedürfnissen von Wanderern gerecht werden. Der Verband kooperiert mit den regionalen Touristiken, in diesem Fall mit der Donaubergland Touristik und Marketing GmbH. „Die Hotels müssen bereit sein, nur eine Nacht zu vermieten“, sagte Anita Schmidt von Donaubergland bei der Übergabe der Urkunde über die Kriterien. Die Gastgeber müssen Wanderberatung bieten, bereit sein, das Gepäck der Wanderer zum nächsten Etappenziel zu fahren und ihre Gäste auch mit schmutzigen Schuhen aufnehmen. Voraussetzung ist auch eine Klassifiezierung des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes.
„Zu uns kommen immer schon Wanderer“, sagte Horst Müller, der das Hotel mit seiner Frau Barbara betreibt. Das Hotel „Zum Kameralamt“ liegt am Donauberglandweg, der bereits das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ trägt. „Ziel ist es, ein wandertouristisches Ziel zu vermarkten“, sagt Walter Knittel, Geschäftsführer von Donaubergland. „Dazu gehören auch Wandergastgeber“. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die am Wanderweg liegen, werden zudem neue Wegweiser aufgestellt. „Die Albvereinszeichen sind für Nicht-Fachmänner schwer zu verstehen“, sagte Knittel. Die neuen Schilder sind gelb und zeigen unter anderem die Entfernung zum nächsten Etappenziel ab.




24.06.2014: Im „Finanzamt“ schlafen heute Gäste

Exkursion führt zu den geschichtsträchtigen Orten der einstigen Oberamtsstadt

sz Spaichingen hatte einmal ein Finanzamt. Das und mehr erfuhren die rund 35 Frauen und Männer, die sich mit dem Geschichts- und Heimatverein des Kreises am Samstag bei einer vierstündigen Exkursion auf den Spuren der Spaichinger Geschichte gewandelt sind. Kreisarchivar Hans-Joachim Schuster und die Spaichinger Museumsleiterin Angelika Feldes gaben Informationen zu den historischen Gebäuden und Plätzen der Stadt, die selbst Teilnehmern aus Spaichingen neu waren. Die interessante Strecke ging durch einige reizvolle Gebiete, die man überhaupt nicht kannte.

Zu Beginn gab Angelika Feldes einen geschichtlichen Abriss über das Gewerbemuseum. 1876 wurde das Gebäude durch den Spaichinger Gewerbeverein und die Handwerkerbank als Ausstellungs-, Schul- und Bankgebäude im Neorenaissance Stil erbaut. 1919 hat es die Stadt als Schule zur Aus- und Fortbildung erworben; später diente es auch für Unterrichtszwecke von Gymnasium und Realschule. Nach einer Außen- und Innenrenovierung beherbergt das Gebäude das Heimatmuseum. „Das Gewerbemuseum ist das schönste nicht-kirchliche Gebäude in weitem Umkreis“, versicherte Angelika Feldes. Mit den Porträts von König Karl und Königin Olga, Ferdinand von Steinbeiß und Anton Kupferschmid wird der mit Stuck verzierte prachtvolle Festsaal noch aufgewertet. „Schon X-mal hat man den Saal schon betreten, doch nie die Kostbarkeiten an der Decke beachtet“, staunte ein Teilnehmer.

Vorbei am Oberamtsgebäude, der 1683 erbauten Oberamtei (Polizeigebäude), dem Standort des ehemaligen Hotel Oswald, der alten Post und des früheren Friseurgeschäfts Stehle ging es in der Turmgasse zur zweiten Station, dem ehemaligen Oberamtsgefängnis, das vermutlich vor 1820 erbaut wurde. Als prominentester Insasse gilt der spätere französische Staatspräsident François Mitterand. Nach seiner Flucht aus der Kriegsgefangenschaft und Wiederverhaftung saß er hier drei Tage ein, informierte Archivar Schuster. Über die Hindenburg-/Gartenstraße, vorbei an der einstigen Möbelfabrik Weber durch die städtebaulich schön angelegte Waldhornsiedlung wurde das „Kameralamt“ angesteuert. Mit Begeisterung ließ der jetzige Besitzer Horst Müller die Geschichte des Hotels zum Kameralamt Revue passieren. 1799 von dem reichen Kaufmann Koler in spätbarocker Bauweise erbaut, wechselte es ein paar Mal die Besitzer. Das schlossartige, zweistöckige Gebäude mit hohem Mansardendach diente von 1843 bis 1938 als Kameralamt, also Finanzamt. Dann wurde es für 50 Frauen zum Reichsarbeitsdienstlager.

1946 erfolgte ein Umbau als Wohnhaus. Der jetzige Besitzer gab dem Haus mit entsprechender Renovierung und Umbaumaßnahmen den früheren schlossartigen Charakter zurück und eröffnete 1981 das „Hotel zum Kameralamt“. Ein kleiner Durchgang durch das Haus ließ die Schönheit und herrliche Bauweise des geschichtsträchtigen Gebäudes erkennen. Auf der einstigen Heubergbahntrasse erhielten die Teilnehmer auf einem schattigen Plätzchen die Geschichte der Heubergbahn mit seiner 18 Kilometer Länge und den 18 Brücken von der Planung über die Erbauung bis zur letzten Bahnfahrt übermittelt. Allgemein bedauert wurde hier, dass es keine Möglichkeit gab, die Bahnstrecke nach Schließung zu einer Museumsbahn umzugestalten, weil die Gleise sofort ausgebaut wurden.

Ein schöner Wanderweg erfreut viele Menschen als vollwertigen Ersatz, meint aber Archivar Schuster. Vorbei am Andreaskreuz ging es zur ersten Kreuzwegstation am Weg zum Dreifaltigkeitsberg. Dort erfuhr man die Geschichte des Dreifaltigkeitsbergs und die bis in den heutigen Tag bestehenden Wallfahrt. 355 Stufen führen in die Höhe, informierte Peter Schuhmacher. Auf Umwegen über weiche Wiesenwege ging es dann zur Berufsschule und Standort der Dampfmaschine aus der Möbelfabrik Blessing. Peter Schuhmacher gab einen Abriss über Restaurierung durch den Heimatverein und Aufstellung als Industriedenkmal bei der Berufsschule der 35 Tonnen schweren Maschine.

Spontaner Arbeitseinsatz

Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte brachte Schuster den interessiert Lauschenden beim KZ-Mahnmal nahe. Bei 400 Insassen wurden 103 Tote registriert. Schuster betonte aber, dass es 160 sein müssten. Spontan erklärte sich eine Frau nach der Besichtigung bereit, Helfer zu suchen, um das etwas verwahrloste Gelände um das von Roland Martin geschaffene Mahnmal von Unkraut zu reinigen.

In gemütlicher Runde trafen sich die Exkursionsteilnehmer im Gasthaus „Schlüssel“ zum Abschluss des informativen Tages.